Wer von erneuerbarer Energie spricht, denkt kaum je an Abfall. Doch gilt dieser wegen seiner organischen Anteile auch als erneuerbarer Energieträger. Die Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen wie hier die neue Energiezentrale in Bern produzieren denn auch rund tausend Gigawattstunden Strom pro Jahr.
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Verband der Schweizerischen Cementindustrie

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Interview Stephan Sollberger

Stephan Sollberger über ausreichende Abbaugebiete von nationaler Bedeutung

Beim Abbau der Rohstoffe werden für eine begrenzte Zeit sichtbare Eingriffe in die Natur vorgenommen. Was geschieht nach Beendigung des Abbaus damit?
Das hängt von den Vorstellungen der Standortgemeinden ab. Diese wünschen teilweise eine Auffüllung, teilweise eine Renaturierung. Wir bieten Hand zu jeder sinnvollen Lösung. Steinbrüche stellen übrigens bereits während ihrer Nutzung einen äusserst wertvollen und vielseitigen Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen dar und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.

Wird die lokale Bevölkerung in die Planung von Abbaugebieten miteinbezogen?
Die einzelnen Stufen der Planungsverfahren sehen eine weitgehende Mitsprache und Entscheidbefugnis der Gemeinden vor. Beim Erweiterungsprojekt des bestehenden Steinbruchs der Jura Cement wurden verschiedene Arbeitsgruppen mit Vertretern der Bevölkerung ins Leben gerufen. Diese beraten und unterstützen uns bei der Suche nach mehrheitsfähigen Lösungen, die dann in die Bewilligungsverfahren eingespeist
werden.

Welche gemeinsamen Ziele haben die einzelnen Zementwerke und die sie umgebenden Gemeinden?
Unser Ziel ist es, mit den Gemeinden Hand in Hand eine Win-Win-Situation für alle Betroffenen und Beteiligten zu schaffen. Dabei sind die verschiedenen Interessen gegenseitig zu respektieren und zu berücksichtigen. Konkret heisst dies, dass das Zementwerk produzieren und Rohmaterial abbauen darf. Im Gegenzug erhalten Gemeinden und damit die Bevölkerung einen entsprechenden Nutzen, zum Beispiel in Form von Arbeitsplätzen, Steuern und Abbauentschädigungen sowie einer erhöhten Biodiversität.

Die bestehenden Steinbrüche grenzen vielerorts an Gebiete des BLN-Inventars, teilweise liegen sie vollständig in geschützten Gebieten. Unter welchen Bedingungen sind die Zielkonflikte zwischen Schutz und Abbau vereinbar?
Da der Abbau von Kalkstein und Mergel zum Zweck der Zementproduktion von nationalem Interesse ist, braucht es eine Interessenabwägung zwischen dem Schutz der Landschaft und der Gewinnung von Rohstoffen. Diese Interessenabwägung sieht das Gesetz vor. Sie ist zugegebenermassen
eine Wanderung auf einem schmalen Grat. Diese Interessenabwägung kommt auch beim Bau von Windkraftwerken oder grösseren Photovoltaikanlagen zum Tragen. Aus meiner Sicht bedarf es in Bezug auf die Thematik «Schutz und Nutzung» eines breiten gesellschaftlichen Diskurses.

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