Am tiefsten Punkt Zürichs, 123 Meter unter dem Boden, liegt das grösste Reservoir nicht allein der Schweiz, sondern ganz Europas: Die Hallen in der Lyren in Altstetten fassen 60 Millionen Liter Wasser, genug, um 375000 Badewannen zu füllen. Was viel ist – doch diese Menge verbraucht die Stadt an einem durchschnittlichen Werktag gerade mal in einer halben Stunde.
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Interview Prof. Dr. Joseph Schwartz

Professor Dr. Joseph Schwartz skizziert die zahlreichen Vorzüge von Beton.

Beton polarisiert aber auch. In der Vergangenheit wie heute. Weshalb?

Beton als Baumaterial des 20. Jahrhunderts schlechthin ist eben auch zum Inbegriff massloser Bautätigkeit geworden. Das Schimpfwort «Verbetonierung» prangert die zum Teil skrupellose Zerstörung der Landschaft an. Und viele unglückliche Anwendungen, namentlich bei Infrastrukturbauten sind auf mangelndes Gestaltungsbewusstsein zurückzuführen. Aber auch beim Einsatz von Beton als Gestaltungsmittel in der zeitgenössischen Architektur ist eine Polarisierung auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen allgegenwärtig.

Bewehrter, vorgespannter oder mit Fasern versetzter Beton ermöglicht filigrane und stabile Bauwerke wie kaum ein anderer Baustoff. Was macht die besondere Faszination der Verbindung Beton-Stahl aus?

Die Kombination übertrifft die Summe der Eigenschaften der beiden Komponenten und ergibt ein ausserordentlich robustes Material. Als Tragwerksplaner faszinieren mich die sich aus der monolithischen Bauweise ergebenden enormen Möglichkeiten: Die für die Konstruktion massgebenden Elemente werden durch Stahlbeton wesentlich vereinfacht.

Hat Beton auch «grünes» Potenzial? Wo sehen Sie seine diesbezüglichen Stärken?

In der ökologischen Sichtweise wird Beton irrtümlich oft schlechter eingestuft als andere Materialien. In einer Gesamtbetrachtung, die umwelttechnische,

wirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien berücksichtigt, darf man Beton

aber durchaus als nachhaltig bezeichnen; hinsichtlich Kosten, Flexibilität, Raumakustik und -klima sowie Sicherheit weist er klare Vorteile auf.

Herstellung und Verarbeitung von gutem Beton sind eine Kunst. Worauf ist besonders zu achten?

Es bedarf grosser Kompetenz aller an der Planung und Ausführung eines Bauwerks Beteiligten – vom Architekten bis zum für das Einbringen des Betons zuständigen Poliers auf der Baustelle. Bei allem, was sichtbar bleibt, sind keinerlei Kompromisse zulässig.
Bezeichnend ist, dass ein gutes Gelingen von Sichtbetonarbeiten auch heute noch Probemuster im Massstab 1:1 unter Baustellenbedingungen voraussetzt!

Beton kann eingefärbt oder transparent gemacht werden, eine raue oder samtglatte Oberfläche aufweisen. Sind der Vielfalt der Anwendungen keine Grenzen gesetzt?

Diese Vielfalt ist in der Tat sehr gross; doch sie stösst immer wieder an Grenzen: War nach dem zweiten Weltkrieg die Herstellung von Betonschalen durchaus wirtschaftlich, so hat sich das seither drastisch gewandelt. Heute gibt es neue Impulse durch den Einsatz von Computern oder gar Robotern im Entwurf und in der Herstellung von Stahlbeton, wie etwa mit textiler Formgebung oder mit Gleitschalungen, deren Form während des Betoniervorgangs verändert werden kann. Auch bezüglich der Gestaltung von Oberflächen sind nach wie vor spannende Entwicklungen möglich.

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