Am tiefsten Punkt Zürichs, 123 Meter unter dem Boden, liegt das grösste Reservoir nicht allein der Schweiz, sondern ganz Europas: Die Hallen in der Lyren in Altstetten fassen 60 Millionen Liter Wasser, genug, um 375000 Badewannen zu füllen. Was viel ist – doch diese Menge verbraucht die Stadt an einem durchschnittlichen Werktag gerade mal in einer halben Stunde.
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Interview Dr. Max Schlumpf

Wie stellt sich die Schweizer Zementindustrie zum Thema Nachhaltigkeit? Dr. Max Schlumpf gibt Antworten darauf.

Welches sind Ihrer Meinung nach die Meilensteine, die die Zementindustrie im Bereich der Nachhaltigkeit erreicht hat?

Es war anfänglich die Umstellung von den Schacht- und Nassöfen auf Öfen mit Wärmetauschern und Vorkalzinatoren. Später kamen die Rostkühler dazu, die eine viel höhere Wärmerückgewinnung ermöglichen. Zu erwähnen sind ferner der Einsatz von alternativen Brennstoffen und Rohmaterialien, die neuen Mahlverfahren und schliesslich die Verwendung von Zumahlstoffen zur Absenkung des Klinkerfaktors. Damit können moderne Zemente unter grösstmöglicher Schonung von natürlichen Ressourcen und mit viel weniger Energie hergestellt werden. Gleichzeitig konnten in den letzten Jahren die

Emissionen stark gesenkt werden.

Wie lebt die schweizerische Zementindustrie Nachhaltigkeit?

Die drei in der Schweiz produzierenden Zementhersteller haben ihre Werke in den letzten Jahren mit den modernsten Technologien nachgerüstet. Zurzeit wird intensiv an Projekten zur Wärmerückgewinnung gearbeitet. Mit der dezentralen Aufstellung der Werke sind ausserdem die Transportdistanzen minimal und die Hälfte aller Transporte erfolgt auf der Bahn.

Die Zementindustrie als energieintensive Industrie ist ein nicht unbedeutender Emittent von Treibhausgasen. Wie lassen sich die CO2-Emissionen inskünftig noch minimieren?

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, die Treibhausgase zu vermindern. Erstens müssen zum Brennen des Klinkers immer mehr alternative Brennstoffe eingesetzt werden. Daher muss es uns gestattet sein, energiereiche Abfälle im Zementofen zu verbrennen und sie nicht per Gesetz in die KVA zu lenken. Denn dort produzieren sie dieselben CO2-Emissionen, allerdings mit erheblich geringerem Wirkungsgrad.

 

Zweitens kann die Menge an hochwertigem Klinker im Zement reduziert werden ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Hier werden grosse

Forschungsanstrengungen unternommen, und in naher Zukunft werden weiter CO2-optimierte Zemente auf den Markt kommen. Diese können teilweise sogar bessere Eigenschaften als die üblichen Zemente aufweisen.

Wie beurteilen Sie den Ansatz einer weltweiten Verpflichtung der Zementindustrie, CO2-Emissionen zu reduzieren?

Die Schweizer Zementindustrie begrüsst den Ansatz des «Sectoral Approach» sehr und hat das Bundesamt für Umwelt BAFU in seinen Bestrebungen aktiv unterstützt. Wenn sich die Zementindustrie weltweit auf ein CO2-Ziel pro Tonne Zement verpflichten würde, wäre das ein sehr starkes Signal an andere Branchen, die Herausforderung ebenfalls anzupacken.

Was bringt es der schweizerischen Zementindustrie, sich an der Nachhaltigkeit zu orientieren?

Zementproduktion ist ein langfristiges Geschäft. Zu hoch sind die Investitionen, zu komplex unsere Produktionsanlagen und zu aufwändig die Sicherung unserer Rohstoffe, um hier einen kurzfristigen Gewinn zu realisieren. Zement und Beton sind für eine hoch entwickelte Gesellschaft strategisch wichtige Produkte, die auch auf lange Frist verfügbar sein müssen – der gleiche Fokus, den auch die nachhaltige Entwicklung hat. Für uns ist es daher eine ethische und moralische Verpflichtung, die Umwelt zu schützen und sie für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

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