Wer von erneuerbarer Energie spricht, denkt kaum je an Abfall. Doch gilt dieser wegen seiner organischen Anteile auch als erneuerbarer Energieträger. Die Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen wie hier die neue Energiezentrale in Bern produzieren denn auch rund tausend Gigawattstunden Strom pro Jahr.
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Interview Dr. Andreas Leemann

Dr. Andreas Leemann über die Resultate eines Forschungsprojekts der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt Empa.

Was bedeutet das genau? Welche Fragen mussten konkret beantwortet werden?

Bei dieser Art der Erosion handelt es sich um einen Abtrag des Betons durch chemische und physikalische Einwirkungen, der zu einer waschbetonähnlichen Oberfläche führt. Die vordringlichen Punkte, die geklärt werden mussten, waren die Ursache der Erosion, ihr Fortschritt mit der Zeit, der Einfluss der Betonzusammensetzung und der Einfluss der anlagespezifischen Rahmenbedingungen wie Wasserhärte und Anlagetechnik.

Wo liegen die Ursachen für die Betonerosion in Abwasserreinigungsanlagen, welche Rolle spielen dabei Zement und Beton?

Die Ursache der Erosion ist ein lösender Angriff, der durch einen nitrifizierenden Biofilm an der Betonoberfläche, in dem sich ein saures Milieu etablieren kann, ausgelöst wird. Bei den untersuchten Anlagen ist die Wasserhärte der dominierende Faktor, der das Ausmass der Erosion bestimmt; je weicher das Wasser, desto grösser der Abtrag. Zementart, Wasser-Zement-Wert und Nachbehandlung spielen ebenfalls eine Rolle. Ihr Einfluss ist allerdings verhältnismässig klein. Die Erosion bewegt sich in einer Grössenordnung, die in der Regel zu keinen dauerhaftigkeitsrelevanten

Problemen führen sollte.

Welche Bedeutung haben die Erkenntnisse aus Ihrem Projekt für die Praxis?

Von zentraler Bedeutung ist, dass das Phänomen der Betonerosion in Abwasserreinigungsanlagen nicht mehr länger eine Unbekannte ist, welche Unsicherheiten und Ängste auslöst. Die gewonnen Erkenntnisse bilden nun die Basis für Massnahmen von Seiten aller Beteiligten wie Behörden, Planer, Unternehmer, Betonhersteller und Anlagebetreiber. Ein entsprechendes SIA-Merkblatt wird durch die von der cemsuisse initiierte Projektgruppe ARA vorbereitet.

Was ist aufgrund der Ergebnisse Ihrer Arbeiten den Betreibern und Planern von Abwasserreinigungsanlagen zu empfehlen?

Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen, ist den Betreibern zu raten, ihre Anlagen so wenig wie möglich zu reinigen, und wenn, dann schonend und ohne hohen Wasserdruck. Wenn es die Rahmenbedingungen erlauben, ist anzustreben, bei der Planung einer Anlage eine Denitrifikation einzuschliessen.

Arbeitet die Empa auch in andern Forschungsprojekten mit der cemsuisse zusammen? Welche Bedeutung messen Sie gemeinsamen Forschungsprojekten mit der Industrie bei?

Wir arbeiten in verschiedenen Projekten, welche Themen von der Zementhydratation bis zur Dauerhaftigkeit umfassen, mit der cemsuisse zusammen. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit ist für uns von grosser Bedeutung. Einerseits sind wir dankbar dafür, einen so zuverlässigen Partner an unserer Seite zu wissen. Andererseits gewährleistet die Zusammenarbeit eine direkte Verbindung zu aktuellen Problemen und Fragestellungen der Baupraxis und sie vereinfacht den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis.

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